Sodele! Nachdem ich die letzten Wochen - eigentlich seit Heidelberg/ Rockertreffen - irgendwie keinen Bock auf Heels hatte, hatte ich Sonntagabend mal wieder so richtig Bock auf Heels und habe erst einmal das halbe Schuhregal durchgetestet, was ich denn am Montag zur Arbeit anziehen könnte...
Am Montag, 19.06.2017 entschied ich mich für ein Paar lackartiger Pumps (aus Plaste&Elaste) in blau-petrol - passend zum Polohemd. Da es morgens zeitlich eng wurde, klemmte ich mir die Schuhe quasi unter den Arm, und machte mich schnellen Schrittes auf den Weg zum Bus - was ganz gut war, denn die letzen 200m musste ich einen Sprint hinlegen, weil der Bus zu früh war. Im Büro sah ich jetzt auch keinen Grund, auf Heels zu wechseln, weil ich doch hin und her eilen musste - da waren die Sneaker schon die bessere Wahl. Nach Dienstschluss wechselte ich jedoch auf die Pumps und nahm den Bus zurück.
So fuhr ich dann auch in die City und schlenderte durch die Stadt/ am Brand. Ging kurz rein in den GÖRTZ-Laden; streifte den TAMARIS-Shop und zwang mich dazu, bei BUFFALO die Auslage nur von außen zu betrachten - trotz vieler geiler Pumps, die ich gerne gekauft hätte und die auch in fünf Jahren ungenutzt im Schrank stehen würden... Und so bin ich ganz gemütlich - (Gruß an olli!) am Heilggeist vorbei - und dann entlang des Rheinufers nach Hause spaziert. Was ein herrliches Gefühl! Ich wusste gar nicht mehr, wie geil (aber auch anstrengend) das Stöckeln doch ist! => Wenn ihr (Indoor-Stöckler) wissen wollt, ob es jemanden interessiert hat - nein! Klar, hier und da mal ein irritierter Blick, aber das war es auch schon. Offenbar war mein Gesamteindruck auch zu "normal", als dass die Pumps das Bild schwer beschädigt und zum intensiveren Hinschauen verleitet hätten.
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Am Dienstag, 20.06. bin ich etwas später los und habe mich gleich für ein Paar nudefarbener Pumps entschieden, um zur Firma zu gehen und so auch zurück zu fahren. In der Firma angekommen, wechselte ich auf die mitgeführten Sneaker. Am (Arbeits-)Tagesende dann zurück auf die Pumps und die Sneaker im Büro gelassen - keine Möglichkeit zum Wechseln! Und mit wem stoße ich im Treppenhaus aufeinander? Meinen Chef! Keine Ahnung ob er meine Schuhe überhaupt bemerkt hat. Offensichtlich war ihm sein legerer Anzug mit kurzer Hose peinlicher, als mir die lange Hose mit Heels. Wir wünschten uns einen guten Abend und gingen unserer Wege.
So dann also zum Bus und am Hauptbahnhof ausgestiegen, um durch die Neustadt nach Hause zu flanieren. Am HBf noch kurz Drogerieartikel erstanden und dann gemütlich am Gartenfeldplatz ein Eis zu kaufen. Dort stand ich einige Zeit an und hier und da mal ein Blick - aber das war´s auch. Mit einer Kugel Melonen-Eis in der Waffel schlenderte ich dann nach Hause...
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Am Mittwoch, 21.06. (heute) hatte ich gleich ein Paar Ersatzschuhe dabei; hoffte aber auch auf meine Zalando-Bestellung, die ich am Abend gleich ausführen wollte... Längster und heißester Tag des Jahres... da hatte ich im Büro auch zwischendurch keinen Bock auf Schuhwechsel. Zum Schluss mal meinen Schreibtisch aufgeräumt und gleich mal drei Paar Schuhe mit heim genommen - noch das Zalando-Paket abgeholt (leider zu groß!) und zusätzlich um Pfandflaschen und was sich sonst im Schreibtisch angestaut hatte, nach Hause marschiert. Für 18:00h hatte ich mich mit zwei Muttis verabredet, mit denen ich mich seit der Grundschulzeit meiner Kinder immer mal wieder treffe. Die eine musste leider kurzfristig absagen. Aber dennoch stand mein Plan: die Eckkneipe hochhackig zu erreichen! Zumal ich ja vor einiger Zeit mal gezeigt hatte, wie ich zu Fastnacht unterwegs war und auch beweisen wollte, dass ich das auch kann (und mag... ). (oben die eine Mutter - unten ich) Meiner Bekanntin fiel es erst einmal gar nicht auf. Obwohl ich ein paar Mal den Platz verließ und eigentlich im Sichtfeld von ihr sein musste - merkte sie es nicht. Die anderen Kneipenbesucher, die links und rechts von uns Platz nahmen, bemerkten es sehrwohl. Getuschel und Gezische hier und da. Und offenbar musste die eine Bedienung auch dem Chef bescheid gegeben haben, denn der zwängte sich - ungewöhnlicher Weise durch sein "Bullauge", um nach dem Rechten zu sehen, was ich mit respektablem Winken erwiderte... Er hatte mich hier schon das ein oder andere Mal mit "schönen Schuhen" gesehen - nicht nur zu Fastnacht! Wir saßen da und klönten über dies und das, zahlten und standen auf... erst da bemerkte meine Bekannte meine Schuhe und fragte "Was sind denn das für Schuhe?" "Pumps - das Wetter ist doch danach!" (zugegeben - alle anderen Damen hatten ausnahmslos Sandaletten, Zehentrenner und Badelatschen an) "Hast Du eine Wette verloren?" "Nein, ich trage die einfach gerne." "Aber das sind nicht die Schuhe vom Schneewittchen-Kostüm!" "Nein, ich habe da durchaus ein wenig Auswahl..."
Kurzum: ich habe mich ihr gegenüber geoutet und fühle mich nun (ein klein wenig) besser. Das nächste Mal kann ich und werde ich (sowieso) bei der Schuhwahl keine Abstriche machen!
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Donnerstag, 22.06.2017 Mal schauen. Lasst Euch überraschen!
Ja es ist schade, dass das aktuelle Stadtbild überwiegend flache Sandalen, Birkenstocks und Flip Flops hergeben. Kaum eine Frau trägt schönes Schuhwerk. Wie gut, dass wenigstens du die Heel-Flagge hochhälst
„Leute glotzen. Sorge dafür, dass ihre Zeit dafür es wirklich wert ist!“ (Harry Winston)
Wieder mal ein sehr schöner Bericht von dir mit tollen Bildern Ich hoffe mal auch, dass dergleichen Erfahrungsberichte andere dazu bringen, es auch einmal zu probieren!
Donnerstag, 22.06.2017 Hier hatte ich mich morgens für die Stoffpumps von S.OLIVER entschieden. (morgens an der Bushaltestelle) Für manche hier mag das nach "Omma-Paradies" anmuten, aber besser als nix. Ersatzschuhe hatte ich nicht dabei, da ich im Büro noch ein paar lederne Slipper hatte, die mir im Zweifel durch den Tag und Meetings helfen sollten... Und so kam es auch: am Abend zuvor kam der Chef auf die Idee, für den heutigen Tag ein Meeting einzuberaumen. Also dann doch mal wieder auf die Herrenschuhe gewechselt... ich war ohnehin schon angefasst, ob der To-Do-Liste... der Chef machte die Stimmung und Motivation mit Polemik nicht besser... Kurzum: nach dem Meeting war ich bedient und hab dann nur noch Sachen abgearbeitet (während er schon wieder OFF war und auf dem Weg ins Wochenende)... Meine Motivation war dann gegen sechs auch erschöpft und so auch die Lust, noch einmal die Schuhe zu wechseln... Also ging es flach und mit den Business-Schlappen heimwärts.
Freitag, 23.06.2017 Ich hatte mir am Abend vorher alles rausgelegt: beigefarbene Hose, mittelbraunes Polohemd und die rehbraunen Pumps dazu. Blöd nur, dass ich mir in den Hektik des Morgens (zwischen Tischdecken in der Küche und meinen Sohn im Bad zu Arbeitsschritten anleitend) im vollen Galopp mit meinem kleinen Zeh den Türrahmen mitnahm... Danach hatten weder ich, noch der kleine Zeh Bock auf Pumps. Ich nahm sie zwar mit zur Firma - in der Hoffnung, sie wenigstens auf dem Rückweg zu tragen, aber auch da war am späten Nachmittag die Luft raus und der Spaß an Pumps nicht mehr messbar. Zudem ich ohne Feinstrümpfe nicht in die Schuhe hinein gekommen wäre. Also blieben auch die erst einmal in der Firma.
Samstag, 24.06.2017 Shopping-TIme! Auch wenn mein Zeh noch immer schmerzt, so war das kein Grund KEINE Pumps anzuziehen! Da ich noch Getränkekisten stemmen musste, bin ich erst mit Sneakern losgefahren, habe Leer- gegen Vollgut getauscht und bin danach zum EDEKA gefahren. Auf dem Parkplatz dann die Schuhe getauscht und rein in den Markt! Die Reaktionen waren ... fast schon: enttäuschend! Okay, hier und da mal ein irritierter Blick - aber meist von den Frauen, die sich dann selbst eingestehen mussten, die schlechtere Wahl getroffen zu haben. (vielleicht hilft´s ja was!) Nein. Ich fühlte mich gut beschuht und hatte meinen Spaß. Wenn die anderen lieber mit Badelatschen rumrennen... bitte!
Am späteren Abend (so gegen zehn) dann doch noch mal den Wunsch der Kinder respektiert und mich aufgemacht, das Johannisfest (zu Ehren des größten Sohns der Stadt: Johannes Gutenberg, Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern) zu besuchen. Am Ende war es nur ein Kind, das mitwollte. Mein Dresscode blieb der vom Vormittag (zwischendurch lief ich daheim nur mit T-Shirt und Unterbux herum), aber bei den Schuhen wählte ich dann doch ein etwas groberes Profil und damit die Keil-Sling-Pumps, die ich zuletzt in Heidelberg anhatte: (unten ich - oben mein Sohn mit Sandalen - am Kaisertor)
So schlenderten wir denn über den Teil zwischen Kaisertor und Theodor-Heuss-Brücke mit den Fahrgeschäften, als die Sonne schon unterging und die Buden hell erleuchtet waren. (hier beim Warten am Autoscooter - während mein Sohn seine Runden drehte)
Auch wenn wir so eine gute Stunde am Rheinufer auf und abgingen und meine Schuhe gut zu sehen waren, bemerkten es nur die wenigsten. Die Jugend war mit sich, den Handys und dem Alkohol beschäftigt... für andere Zeitgenossen stellte ich auch keine Zielgruppe da.. nur ein paar Damen "älteren Semesters" (also 40+ wie ich) nahmen es wenn überhaupt war. Und ich stand nun wirklich gut präsent 3 Runden am Auto-Scooter an! Aber ich war ja auch nicht so unterwegs, um andere zu verwirren oder zu beeindrucken. Sondern um mich wohl zu fühlen. MISSION ACCOMPLISHED!
Schöner Bericht, Hannes. Das ist eben der Vorteil vom Bürojob, daß man Pumps tragen kann. Bei mir geht diese Woche wieder die Vorbereitung einer Veranstaltung in die heiße Phase, das heißt, wo kein Schlamm ist, da ist Schotter, und dann der Arbeitsschutz, zu dem fange ich zeitiger an, also fallen auch meine Morgenrunden weg.
Das mit dem Zeh kann ich nur ZU GUT nachfühlen, mehr muß ich dazu glaub ich nicht sagen. Ich weiß mittlerweile, daß sehr viele Werkstoffe härter sind, als mein kleiner Zeh
... und Getränkekisten kann man auch auf Absätzen tragen. Die Mädels im Netto haben das mittlerweile schon so hingenommen. Außerdem bin ich schon einige Male in der Schlange an der Kasse von Männern oder auch von Frauen von Fuß. bis Kopf gemustert worden: "Möchten Sie vorgehen ?" (Außer alte omis mit völlig überladenen Wagen, die lassen niemand vorbei, nicht mal wenn du nur einen Schokoriegel hast)
Hört bitte auf, von mir zu erwarten, daß ich normal werde ! Wir wissen doch alle, daß das niemals geschehen wird !
Zitat von thommy06... und Getränkekisten kann man auch auf Absätzen tragen.
Klar geht das. Aber ich habe mit Heels wenig Bodenhaftung, wenn ich einen schweren Einkaufswagen (z.B. mit 4 Kisten Wasser mit Glasflaschen) um die Ecke schieben möchte das fühlt sich nicht nur komisch an - es sieht auch albern aus. Und darauf verzichte ich.
Ach so. Kenn ich aber auch mit normalen Schuhen, daß man einen vollen Wagen kaum um die Ecke gewuchtet bekommt. Ich sage nur WE-Einkauf
Nee, ich meinte, eine einzelne Kiste in der Hand zur Kasse schleppen. Das geht auch auf Stilettos. Die Netto-Mädels haben erst blöd geguckt, aber mittlerweile ist das für die normal, außer es ist mal ne neue da. Und so wird man an der Kasse auch schon mal vorgelassen.
Hört bitte auf, von mir zu erwarten, daß ich normal werde ! Wir wissen doch alle, daß das niemals geschehen wird !