Neulich bin ich mal wieder einen kleinen Schritt weiter aus der Komfortzone gelaufen. Nachdem ich bisher nur entweder nach Mitternacht, am Feldrand des Städtchens oder in anonymen Märkten unterwegs war, habe ich heute meine Stiefel mal zur Chorprobe angezogen, also mit Leuten, die mich bisher nur mit männlichem Schuhwerk kennen. Da gibt es abgesehen von der Pause natürlich auch Momente, wo man in der mittleren Reihe womöglich anderen den Blick versperrt, wenn man plötzlich 8 cm größer ist. Aber weder Blicke noch Bemerkungen gab es. Schade eigentlich. Ich wusste zwar, dass ich dort relativ sicher vor Schmähungen bin, aber gar keine Reaktion ist schier etwas langweilig. (Falls ich das hier schon gepostet haben sollte, bitte ich das Versehen zu entschuldigen. Sah hier noch nach Entwurf aus.
Da hast du mit der Chorprobe schon einen größeren Schritt in die Öffentlichkeit gemacht. Ich habe schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass manchen die andere Größe auffällt, sie aber nicht auf die Idee kommen, auf die Schuhe zu schauen.
Chorprobe ist schon ein großer Schritt, denn zum einen sind es viele zumindest locker bekannte Personen, zum anderen haben sie alle viel Zeit zum Gucken. Chorprobe ist jedenfalls nicht der Bereich, wo ich mich zuerst getraut habe.
Ich bin noch einen Schritt weiter gegangen: Am Wochenende war ich mit den Stiefeln bei alten Freunden, die ich mittlerweile nur noch einmal im Jahr sehe, zum Adventsbrunch und habe auf dem Weg auch noch meine Exfrau mitgenommen, zu der ich wieder ein mehr oder weniger freundschaftliches Verhältnis habe. Weder meine Exfrau, die die Schuhe defintiv nicht übersehen konnte, noch die Freunde, reagierten auch nur ein bisschen. Kurze Blicke dahin, aber zumindest bei meiner Exfrau hätte ich erwartet, dass sie spontan: "Huch, was hast du denn für Absätze?" rausposaunt, ohne weitere Wertung. Aber ok. Sei's drum.